Gemeinsamer Newsroom Berliner Zeitung und Berliner Kurier: DuMont versucht den Sozialplan zu umgehen

Der „Berliner Kurier“ und die „Berliner Zeitung“ legen ihre Redaktionen nicht zu einem gemeinsamen Newsroom zusammen, sondern geben die Mitarbeiter an die Newsroom GmbH ab.

Die Zusammenlegung von Redaktionsteilen zu einem gemeinsamen Newsroom mit betriebsbedingten Kündigungen hätte die ungeliebte Sozialauswahl notwendig gemacht. Also gründet man eine Newsroom GmbH in die man die Mitarbeiter der Redaktionsgemeinschaft und der Online Redaktion packt. Von den künftig 140 Stellen sind so schon einmal 30 besetzt. Am Ende werden etwa 50 Mitarbeiter keinen Job in der Newsroom GmbH finden. Die sollen dann laut offizieller Pressemitteilung möglicherweise durch Betriebsschließungen oder Teilbetriebsschließungen günstig entsorgt werden. Das wäre die wirtschaftlich günstigste Lösung des Mitarbeiterproblems mit kleinen Abfindungen.

Dieser trickreiche Schachzug wird möglicherweise vom Arbeitsgericht als Betriebsübergang gewertet werden und dann käme es doch zu dem lästigen Selektionsprozess und man müsste Mitarbeiter behalten, die man gerne los geworden wäre. Nachdem man sich in dieser Woche bereits von anderen Firmenteilen verabschiedet hatte, muss für die nächsten Wochen mit weiteren harten Einschnitten in Köln und Hamburg gerechnet werden.

Ob dieses Konzept tatsächlich den Verlag wieder auf einen stabilen Kurs bringt darf bezweifelt werden, da statt zukunftsweisenden Investitionen nur durch knallharte Sparmaßnahmen gearbeitet wird.

Entscheidung des BVerfG im Eilverfahren zur Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung

Unser Antrag auf eine einstweilige Anordnung  zur vorläufigen Aussetzung der Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung wurde leider abgelehnt. Hier die Pressemitteilung unserer Kanzlei:

„Ein schlechter Tag für die Kommunikationsfreiheiten“

„Mit größtem Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass das Bundesverfassungsgericht unseren Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung zur vorläufigen Aussetzung der Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung abgelehnt hat.“ So bewerten die Rechtsanwälte Carl Christian Müller und Sören Rößner von der Kanzlei MMR Müller Müller Rößner Rechtsanwälte Partnerschaft aus Berlin den heute veröffentlichen Beschluss des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 08.06.2016 (1 BvQ 42/15) in dem von ihnen geführten Eilverfahren gegen die Vorratsdatenspeicherung. Entscheidung des BVerfG im Eilverfahren zur Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung weiterlesen

Der Shitstorm, der nach hinten los ging

„Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben,“ soll laut Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung AfD-Vize Gauland gesagt haben und damit den Fußballstar beleidigt haben.Alexander Gauland

Zuerst stellte sich die Frage, ob diese Äußerung überhaupt beleidigend sei oder zumindest rassistisch. Eigentlich besagt sie ja nicht, dass Gauland etwas gegen den Nationalspieler hat, sondern stellt nur die Ressentiments in der Bevölkerung dar. Man muss schon sehr gewagt interpretieren, um das als Rassismus von Gauland zu sehen.

Bevor jedoch im Internet differenziert über diese Frage diskutiert wurde, musste erst einmal ein veritabler Shitstorm inszeniert werden. Der Shitstorm, der nach hinten los ging weiterlesen

#TTIP Dokumente sind unter TTIP-Leaks.org online

In diesen Minuten werden die geleakten #TTIP Dokumente unter www.ttip-leaks.org veröffentlicht. Gleichzeitig eröffnet ein transparenter Leseraum am Brandenburger Tor seine Pforten, so dass jeder Einblick nehmen kann. Letzte Nacht wurden die Dokumente an die Wände des Reichstags projeziert.20160502_110503

Die Unterlagen wurden gerade auf einer Pressekonferenz von Greenpeace auf der re:publica TEN in Berlin präsentiert. #TTIP Dokumente sind unter TTIP-Leaks.org online weiterlesen

Welche re:publica Sessions sollte man nicht verpassen?

Die re:publica ist schon lange keine Treffen von ein paar engagierten Bloggern mehr. Sie hat sich mittlerweile zu Europas größter Konferenz zum Thema Netzkultur in Europa geworden.

Finale der re:publica 2015 am 07.05.2015 in der STATION Berlin. Copyright: re:publica/Gregor Fischer https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/
Finale der re:publica 2015 am 07.05.2015 in der STATION Berlin.
Copyright: re:publica/Gregor Fischer https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Bei 700 Rednern auf 17 Bühnen wird man bei der Auswahl der richtigen Session schnell überfordert. Wir haben einmal ein paar Highlights herausgepickt.

Der Whistleblower Edwar Snowden wird am Montag um 13:30 über Live-Schalte aus seinem Exil in Moskau mit dem Philosophen Luciano Floridi debattieren. Welche re:publica Sessions sollte man nicht verpassen? weiterlesen

re:publica ten vom 2.-4.Mai in Berlin

Vom 2. bis 4. Mai 2016 finden in der STATION Berlin die re:publica und die MEDIA CONVENTION Berlin (MCB) statt. Im Rahmen der #rpTEN werden auf insgesamt 16 Bühnen, darunter erstmals auch in dem auf dem Gelände liegenden Kühlhaus, sowie in verschiedenen Workshopräumen zahlreiche Themen-Tracks und Subkonferenzen veranstaltet. Auf der MCB tauschen sich auf drei Bühnen nationale und internationale Experten aus Medien, Wissenschaft und Politik über aktuelle Fragen der Medien- und Netzpolitik, Markttrends und Entwicklungen der Mediengesellschaft aus. Der Medienkongress wird vom Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB) und der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) in enger Kooperation mit der re:publica angeboten. Ein gemeinsames Ticket ermöglicht auch in diesem Jahr wieder den Besuch beider Veranstaltungen – #MCB16 und #rpTEN.

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Versenkt Böhmermann Merkel und die GroKo?

Die Bundesregierung versucht sich in der Quadratur des Kreises und erteilt die Ermächtigung zur Strafverfolgung von Jan Böhmermann nach §103 StGB und Angela Merkel erklärt direkt danach dass, der 103 nicht mehr benötigt wird und noch in dieser Legislatur abgeschafft werden soll.

So löst man Differenzen in der Koalition. Merkel wollte zulassen und Gabriel nicht! Dann machen wir es halt beiden Recht.

Sie verkündet also gleichzeitig die Ermöglichung und die Verunmöglichung des Verfahrens.

Böhmermann zeigt am Beispiel Erdogan was Meinungsfreiheit ist
Böhmermann zeigt am Beispiel Erdogan was Meinungsfreiheit ist

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Der BER-Chef und sein Problem mit der Wahrheit

Es sei „viel verbockt“ worden am BER, und die Bürger hätten ein Recht darauf zu erfahren, wo ihre „Milliarden versenkt“ worden seien …

Diese deutlichen Worte des BER-Flughafen-Sprechers Daniel Abbou im „prmagazin“ führten zu seiner Freistellung durch seinen Arbeitgeber FBB .  Das Interview mit dem PR Magazin sei nicht mit der Geschäftsführung abgesprochen gewesen und daher wurde er laut Flughafenchef Karsten Mühlenfeld freigestellt.

Mühlenfeld hatte zuvor in einem Brief versucht die Veröffentlichung des Brandenburger BER-Rechnungshofsberichts abzuwenden. Er drohte sogar dem Rechnungshofpräsidenten Christoph Weiser wegen der  Aufhebung der Vertraulichkeitseinstufung. Eine öffentliche Debatte darüber wollte Herr Mühlenfeld unbedingt verhindern. Mühlenfeld wollte auch wissen wie der Bericht an die Presse gelangen konnte.  Im Interview meinte Herr Abbou, dass er als Reaktionauf dieses Verlangen den Kopf gegen den Tisch geschlagen hätte.

Öffentlichkeit und Wahrheit gefallen Herrn Mühlenfeld offensichtlich gar nicht und so wundert die Freistellung des Pressesprechers nicht wirklich.

Eine wichtige Lehre der Krisenkommunikation ist, dass man möglichst umfassend bei der Wahrheit bleiben sollte, da man so die Glaubwürdigkeit behält und damit auch die Kommunikation steuern kann. Die Lügen kommen meistens doch ans Tageslicht und das Unternehmen wird dann von der Presse vor sich her getrieben. So wie der Pressesprecher im Interview meinte „Früher wurde meist gesagt: Nein, es ist alles gut. Das ist Bullshit. Bekenne dich dazu, wenn etwas scheiße gelaufen ist“ und er liegt richtig.

Es bleibt zu hoffen, dass auch Mühlenfeld erkennt, dass der PR-Chef mehr von PR versteht als der Flughafen-Chef.

Die Böhmermann-Falle

Recep Tayyip Erdogan ist unserem Rat die Füsse still zu halten leider nicht gefolgt und bringt jetzt sich und die Bundesregierung in eine Lose-Lose-Situation. Die Blamage trifft entweder Erdogan oder Angela Merkel oder gar beide. Jedenfalls hat Böhmermann voll umfänglich gewonnen.

Der türkische Botschafter übergab eine Verbal-Note an das Auswärtige Amt in der formal die Strafverfolgung von Böhmermann verlangt wird. Die türkische Regierung verlangt damit von Deutschland, dass ein Verfahren wegen der Beleidigung eines ausländischen Staatschefs genehmigt wird. Die Rechtsnorm findet sich in § 103 StGB

Böhmermann zeigt am Beispiel Erdogan was Meinungsfreiheit ist
Böhmermann zeigt am Beispiel Erdogan was Meinungsfreiheit ist

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Deutscher Journalisten-Verband Landesverband Berlin-Brandenburg e.V.