Michael Kroemer kritisiert heftig DJV-Spitze

Der ehemalige Landesvorsitzende des DJV-NRW erwartet, dass für das Fiasko im Zusammenhang mit dem versuchten Ausschluss der Landesverbände Berlin und Brandenburg alle blechen werden müssen. Die Bundesverband des Journalistenverbandes geht von einem Schaden von mehr als 500.000 Euro aus.

Im Vorfeld des Verbandstages des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), der vom 8. bis 10. November in Hannover stattfinden wird, kritisiert der ehemalige Landesvorsitzende des DJV-NRW, Michael Kroemer, heftig die Spitze des Journalistenverbandes. Zum versuchten Ausschluss der Landesverbände Berlin und Brandenburg gab es im Vorfeld keine demokratische Meinungsbildung in den Gremien, sagt Kroemer in einem Exclusiv-Interview der Journalistenzeitschrift MediumMagazin in der aktuellen Ausgabe. Dadurch sei vielen Delegierten beim letzten Verbandstag in Frankfurt die Tragweite ihrer Entscheidung nicht klar gewesen, als sie für den Ausschluss der Landesverbände Berlin und Brandenburg stimmten.

„Der Streit paralysiert den gesamten DJV und er bindet erhebliche personelle und finanzielle Mittel, die eigentlich der Gewerkschaftsarbeit zukommen sollten“, sagt Kroemer. Er befürchtet auch, „dass die Politik der verbrannten Erde blindlings fortgesetzt wird. Es ist mir unverständlich, weshalb die DJV-Juristen einen jahrelangen Rechtsstreit in Kauf nehmen, nachdem sie vom Berliner Landgericht bereits eine so ohrenbetäubende Klatsche bekommen haben“. Laut einem internen Papier des Bundesvorstandes hat der Streit bisher bereits Kosten von mehr als 500.000 Euro angehäuft. Kroemer vermutet dass zur Abdeckung des Schadens die Mitgliederbeiträge steigen werden. „Für dieses Fiasko müssen alle blechen“, sagt Kroemer im MediumMagazin.

Quelle: newsroom.de – nachrichten für journalisten

Zudem berichtet das Medium Magazin in seiner aktuellen Ausgabe (11/2004) ausführlich über den Streit im DJV.

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