Flüchtling tot und dann läuft es automatisch

Die Mechanismen in Zeiten von Facebook und Google beschleunigen und vereinfachen die Verbreitung von Falschmeldungen. So genügt ein Klick und schon wird der größte Unsinn weiter verbreitet. So gerade geschehen bei der Meldung, dass ein Flüchtling vor dem Berliner LaGeSo verstorben sei.

Ein, nacTweet LaGeSo Toter Syrerh eigener Aussage betrun
kener, Helfer hat die Nachricht i
n Facebook verbreitet. Lawinenartig verbreitete sich die Geschichte weiter und schon nach kurzer Zeit kamen die ersten Blumen und Kerzen zur vermeintlichen Stelle des Dahinscheidens.

Das konnten sich natürlich die Journalisten nicht entgehen lassen und so wurde die Geschichte aufgebauscht und man fand sie in verschiedensten Medien. Wer es nicht brachte, der lief Gefahr umgehend als Lügenpresse bezeichnet zu werden, die Nachrichten unterdrückt.Lageso nicht überlebt

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass es den Toten nie gab und jetzt bekommen die anderen Medien das Label Lügenpresse für die Verbreitung der Falschmeldung. In den sozialen Medien wurde allerdings die Falschmeldung noch stundenlang weiter geteilt.

Was lernen wir daraus?

Die gleichgeschalteten Medien gibt es nicht. Die sozialen Medien sind selbst referenzierend und verstärken eine Nachricht durch die lawinenartige Verbreitung. Medien wollen sich in der Geschwindigkeit gegenseitig unterbieten, da die Schnellsten die Klicks einsammeln. Da bleibt kaum Zeit für eine Recherche und das Personal dafür fehlt wegen des permanenten Sparzwangs ohnehin.

Die alte Journalisten-Regel von mindestens zwei unabhängigen Quellen wird nicht beachtet. Manche Kollegen meinen, dass sie zwei unabhängige Quellen hätten, da sie die Info in Twitter und Facebook gefunden hätten. Wir müssen zu journalistischem Slowfood zurückkehren und uns mehr Zeit für die Recherche nehmen.

Zusätzlich sollten wir auch unsere Eigeninteressen zu erkennen geben. Wer über Politik schreibt, der sollte auch eine Information über die eigene Parteizugehörigkeit liefern. So verfahren Wissenschaftler bei ihren Publikationen schon lange und fahren gut damit.

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