Chance vertan: Arbeitslos durch Heuschrecken statt Jobs bei Springer

Der DJV-Brandenburg hat denen unter seinen Mitgliedern, die von der Entlassungswelle bei ProSiebenSat1 in Berlin betroffen sind, in seiner Funktion als „ADAC für Journalisten“ Beratung und Unterstützung angeboten. Die Vorgänge beim zweitgrößten privaten Fernseh-Veranstalter sind auch Thema bei einer Klausur, die in Kürze stattfinden wird.

„Donnernde Appelle und leerformelhafte Empörung, die nichts ändern, stehen dem DJV gerade in dieser Sache schlecht an,“ sagte vorab der Landesvorsitzende Hans Werner Conen. Er erinnerte selbstkritisch daran, daß es wesentlich der DJV war, der im Jahre 2005 eine Kampagne gegen die nach der Kirch-Pleite anstehende Übernahme der Sendergruppe durch den Axel-Springer-Verlag inszenierte und mit Meldungen wie „DJV gegen Springer-TV“ Stimmung gegen eine deutsche Lösung machte. Der DJV-Bundesvorsitzende hatte dann Anfang 2006 die Verhinderung von Springer als „gute Entscheidung für den Fortbestand der Medienvielfalt“ gelobt.

Conen: „Das haben internationale Finanzinvestoren, die sogenannten ‚Heuschrecken’, vorhersehbar als Einladung aufgefaßt. Jetzt sind sie da und werden sich durch Proteste nicht beeindrucken lassen. Gute Jobs bei ‚Springer-TV’ wären allemal bessser gewesen als Arbeitslosigkeit bei den Heuschrecken. Hoffentlich lernt der DJV daraus.“

Der DJV-Brandenburg tritt in der – in einem Journalistenverband natürlich öffentlich zu führenden – Diskussion um die Fortentwicklung des DJV für Kooperation statt Konfrontation ein. Den DJV-Mitgliedern geht es nicht um politische Schlachten der Vergangenheit („Enteignet Springer!“), sondern um sichere Arbeitsplätze für Angestellte und auskömmliche Erträge für Freiberufliche.

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