Abhören verschlüsselter Kommunikation im Nachhinein

Großbritannien will Politiker und Behörden mit sicherer Kommunikation ausstatten und setzt dabei auf eine Technik, die garantierte , nachträgliche Abhörbarkeit und Entschlüsselung durch den Geheimdienst sicher stellt. Diese Telefonie ist also sicher und vollständig abhörbar.

Nach der NSA dürfte der britische Dienst GCHQ der eifrigste Abhörer in der Welt sein. Da neuerdings Politiker vermehrt auf verschlüsselte Kommunikation setzen, empfiehlt CESG (Die Informationssicherheitsabteilung von GCHQ) für sichere Sprachkommunikation über das Internet (VoIP) eine Technik, die einen selbstentwickelten Algorithmus namens MIKEY-SAKKE (Sakai-Kasahara Key Encryption in Multimedia Internet KEYing) verwendet. Wie Dr. Stephen Murdoch vom University College London darlegt, erlaubt dieser Algorithmus dem GCHQ passive Massenüberwachung aller Gespräche im großen Stil.

Entschlüsselung garantiert

Regierungen können verschlüsselte Gespräche massenhaft mitschneiden und bei Bedarf nachträglich entschlüsseln. Es Bedarf dazu nicht des Schlüssels zu einer Backdoor, da bei diesem Verfahren die Schlüssel nicht Ende-zu-Ende erzeugt werden, sondern vom Systembetreiber zugeteilt werden. Somit gibt es für jeden Schlüssel eine Kopie beim Geheimdienst.

DIeses Verfahren ist das einzige, das für die offizielle VoIP-Lösung Secure Chorus der britschen Regierung in Frage kommt.

Bei einem Treffen der Mobilfunk-Standardisierungsorganisation 3GPP zu Lawful Interception gab das GCHQ dann auch ganz offen zu, dass die britische Regierung MIKEY-SAKKE damit man Gespräche abhören könne. Das Abhören und Entschlüsseln kann dabei auch ohne das Risiko einer Unterbrechung oder Störung erfolgen, wie das sonst bei Man-in-the-Middle-Angriffen anderer Techniken passieren kann.

Schreibe einen Kommentar