Kann der DJV 4,6 Prozent Plus für Journalisten erreichen?

Der DJV-Brandenburg hat den Forderungen des DJV nach 7,5 Prozent Gehalts- bzw. Honorar-Erhöhung bei Tageszeitungen und denen nach verschiedenen geldwerten Vergünstigungen in einem neuen Manteltarifvertrag im DJV-Gesamtvorstand nicht widersprochen. Allerdings sieht der Landesverband in der Hauptstadtregion noch viele Probleme, wenigstens die 4,6 Prozent durchschnittliche Steigerung zu erreichen, die andere Organisationen für ihre Mitglieder in diesjährigen Tarifabschlüssen erreicht haben.

Die „magische Marke“ von 4,6 Prozent hat das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung aktuell errechnet. Sie bedeutet erstmals seit Jahren angesichts einer Inflationsrate von 3,1 Prozent einen realen Lohnzuwachs.

In Berlin und Brandenburg wird die Durchsetzung der Forderungen des DJV für die Tageszeitungsjournalisten noch anspruchsvoller als anderswo. Denn hier finden sich nicht nur besonders viele nicht tarifgebundene Presseunternehmen, in der Hauptstadtregion ist der DJV überdies durch Spaltung in vier einander nicht wohl gesonnene Verbände behindert. Der DJV-Landesverband Berlin ist seit Dezember 2007 im Insolvenzverfahren, nachdem der DJV-Bundesverband ihm rechtzeitige Hilfe verweigert hat; erst jüngst erfolgten Rangrücktritt und Teil-Schuldenerlaß. Die beiden 2004 abgespaltenen „neuen“ Vereine sind nach einer Entscheidung des Amtsgerichts Potsdam vom Mai hoch überschuldet. Nach Ansicht von Fach-Juristen mußten auch diese DJV-Verbände bereits vor Jahren Insolvenzantrag stellen, haben dies aber grob rechtswidrig unterlassen. Der DJV-Brandenburg hingegen ist gerichtlich bestätigt finanziell in Ordnung, insbesondere nicht pleite.

„Wir wollen nach vielen Minus-Ergebnissen endlich Erfolge für die DJV-Mitglieder.  Wir sagen ‚Einigkeit macht stark’, kommen damit aber nicht durch,“ bedauert der Brandenburgische Vorsitzende Hans Werner Conen den fortdauernden Zwist im DJV.

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